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Regierungsgebäude Frauenfeld

Der Ergänzungsneubau des kantonalen Verwaltungsgebäudes im Regierungsviertel der Stadt Frauenfeld versteht sich als Baustein einer Gesamtanlage von repräsentativen Bauten, die sich entlang der mittelalterlichen Vor- und heutigen Altstadt entwickelt haben. Über seine spezifische Form vermag das Gebäude zwischen den verschiedenen Massstäben und Gebäudetypen zu vermitteln und bindet so die umliegenden Häuser in die Gesamtanlage ein. Ausgehend von der Idee einer flexiblen und anpassbaren Grundriss- und Gebäudestruktur werden sämtliche Verwaltungseinheiten über einen zentralen Kern erschlossen. Dabei bieten die räumlich attraktiven, natürlich belichteten Treppenhäuser am Ende der Flügel die Möglichkeit einer sekundären, intimeren Vertikalverbindung. Die Arbeitsplätze zeichnen sich aufgrund der geringen Bautiefe stets durch eine optimale Belichtung aus. Das Nebeneinander der beiden Flügel schafft gleichermassen ein Gefühl der Grosszügigkeit und Übersichtlichkeit wie auch ein behagliches Gefühl, sich in einer ruhigen und geborgenen Arbeitswelt zu befinden. Das Fassadenraster erlaubt es, auf einfache Art und Weise an beliebiger Stelle sowohl Einzel- wie auch Teambüros auszubilden.

Die Aufgabe das Verwaltungsgebäude als Holzbau zu konzipieren ist Herausforderung und Chance zugleich. Ohne deren Stil oder Material imitieren zu wollen, orientiert sich der Neubau an einer Haltung, die den historistischen Gebäuden der Umgebung zugrunde liegt - an der klaren und ruhigen Gliederung der Baukörper, an den Proportionen und der sparsam, aber präzise verwendeten Ornamentik. Ohne gänzlich auf massive Elemente verzichten zu wollen, aber stets der Logik des Holzbaus verpflichtet, ist das Erdgeschoss als Sockel ausformuliert, aus dessen Betonstruktur sich fliessend ein Holzbau entwickelt. Die regelmässig angeordneten, hölzernen Doppelstützen reduzieren sich im letzten Geschoss auf einfache, schlanke Lisenen und verleihen dem Gebäude einen dezenten Abschluss. Die Deckenelemente sind ein Verbund aus liegenden Brettschichtholzträgern und einem schubfest verbundenen Überbeton, was einen schlanken Deckenaufbau ermöglicht. Die Decken- und Dachelemente, die Aussenwände und die Fassadenelemente können im Werk vorgefertigt und auf der Baustelle zusammengefügt werden. Das geschosshohe Fassadenelement ist so konzipiert, dass dieses samt Fenster vorgefertigt werden kann.

Projekt
Wettbewerb Neubau

Ort
Frauenfeld, TG

Wettbewerb
2016