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Haus Friedli

Das qualitätsvolle, auf den ersten Blick unspektakulär wirkende Haus Friedli steht in einem üppig bewachsenen Grundstück im gartenstadtartigen Villenquartier an der Brunnadern. Es ist ein schlichter und ausgewogen proportionierter Putzbau, der in den 1920er-Jahren vom Architekten Kurt Rieser erstellt wurde. Das Haus ist ein Beispiel für den modernen Eigenheimbau der Zwischenkriegsjahre, der Gestaltungsprinzipien des Neuen Bauens mit traditionalistischen kombiniert.

Nach dem frühen Tod der Bauherren hatte dessen Witwe im Haus während Jahren eine Privatpension untergebracht. Später wurde die Liegenschaft von einem Sohn, dem Arzt Peter Friedli (1925-2012) übernommen, der nebenberuflich als bekannter Porträtfotograf das kulturelle und politische Leben in Bern über viele Jahrzehnte dokumentiert hat. Nun hat die dritte Generation der Familie Friedli das Haus übernommen um es für die vierte Generation zu erhalten.

Mit dem Umbau des Bestandes und einem zweigeschossigen Anbau konnte das Einfamilienhaus um eine Wohneinheit erweitert werden und bietet so Platz für zwei Familien. Mit gezielten Eingriffen in den Bestand und dem sorgfältig dimensionierten Anbau konnte der Charakter des Hauses bewahrt werden. Das bestehende Gebäude wird in seiner bisherigen Substanz, seiner Raumstruktur und seinem annehmlichen Ausdruck soweit wie möglich belassen. Details der Raumausstattung wie Parkett- und Klinkerböden, verglaste Einbauschränke sowie Haus- und Zimmertüren wurden weitgehend original erhalten und restauriert.

Die Trennung der beiden Wohnungen erfolgt durch eine neu eingeführte Wand. Drei neue Fenster geben zusätzlich Licht im Korridor und in den Küchen. Zwei bestehende Fenster gartenseitig werden zum Durchgang in den Anbau, das alte Küchenfenster zur Eingangstüre für die neue Wohnung vergrössert. Der neue Gebäudeteil schliesst auf ruhige Art und Weise an bestehende Gebäudefluchten an, hebt sich durch seine farbliche Erscheinung jedoch bewusst vom Bestand ab und wahrt so die Eigenständigkeit beider Gebäudeteile. Die natürlichen Materialien des Anbaus, namentlich das gestrichene Holz sowie der rohe Beton im Sockelbereich wahren und erweitern die vorhandene Palette an natürlichen Materialien und schaffen so ein angenehmes Zusammenspiel zwischen alter und neuer Architektur sowie Bebauung und üppig bewachsenem Garten.

Projekt
Anbau und Umbau

Bauherrschaft
Privat

Ort
Bern, BE

Ausführung
2017

Bauleitung
Jaeger Koechlin