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Haus Friedli

Das auf den ersten Blick unspektakulär wirkende Haus aus den 1920er-Jahren steht in einem üppig bewachsenen Grundstück in einem Villenquartier in Bern. Die Bauherrschaft wünschte sich, das Haus in zwei separate Wohneinheiten aufzuteilen und die Wohnfläche zu vergrössern.

Wir haben uns dafür entschieden, das bestehende Gebäude in seiner Substanz, Raumstruktur und seinem Ausdruck weitgehend zu belassen und durch einen Anbau aus Holz zu erweitern. Die Trennung in zwei unabhängige Wohnungen wird mit nur einer zusätzlichen Wand im Bestand erreicht. Der Anbau versteht sich als neuer Gebäudeflügel, der die Volumetrie des bestehenden Baus respektiert. Er schliesst präzise an den Bestand an und nimmt bestehende Gebäudefluchten auf. Durch seine farbliche Erscheinung hebt er sich jedoch vom Bestand ab. Beide Gebäudeteile wahren somit innen wie aussen ihren eigenständigen Ausdruck.

Der neue Gebäudeteil ragt tief in den Garten, bis an die Krone einer alten Rotbuche, hinein. Hier löst sich die klare Volumetrie mit Terrasse und Aussentreppe auf und erweckt beinahe den Eindruck, man sitze in einem Baumhaus. Bestehende Fensteröffnungen wurden zu Durchgängen ausgebaut. Dabei ist der gesamte Neubau um die Höhe einer Stufe versetzt. Bei jedem Durchgang von Alt zu Neu lässt diese Schwelle den Übergang bewusst werden. Im Detail greift der Anbau viele Themen des Bestandes auf. So finden sich etwa die sorgfältig eingebauten Apothekerschränke als zeitgenössische Variante beim Innenausbau wieder.

Das Haus soll ab 2020 als Zeitzeuge ins Inventar der schützenswerten Bauten aufgenommen werden.

Projekt
Anbau und Umbau

Bauherrschaft
Privat

Ort
Bern, BE

Ausführung
2017

Bauleitung
Jaeger Koechlin

Fotografie
Roman Keller, Ben Koechlin