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Lysbüchel 'Kommen Gehen und Bleiben'

Auf dem ehemaligen Gewerbe- und Industrieareal Lysbüchel Süd entsteht ein neues Wohnquartier. Es liegt am nördlichen Rand des St. Johann-Quartiers und südlich der mehrheitlich durch Industriebauten geprägten Grenzregion zu Frankreich. Das Areal befindet sich städtebaulich an der Schwelle unter- schiedlicher stadträumlicher Konditionen. Die gewachsene Wohnstadt trifft hier auf die grossmassstäblichen Solitärbauten der Industrie des 20. Jahrhunderts. Im Kontext der verschiedenen historischen und typologischen Strukturen des Areals nimmt die Parzelle an der Elsässerstrasse 139 in vielerlei Hinsicht eine Sonderstellung ein. Sie markiert einerseits das letzte Glied einer Kette von fünfgeschossigen Wohnbauten, andererseits bildet sie aber auch den Abschluss dieser unvollständigen Blockrandstruktur und leitet zu der grossmassstäblichen Bebauung des benachbarten Industrieareals über.

Die Fassade an der Elsässerstrasse bildet die Schauseite des Neubaus. Der zweigeschossige Sockel und die regelmässig angeordneten Fenster artikulieren den Typus des Stadthauses und schaffen einen Bezug zu den benachbarten gründerzeitlichen Wohnhäusern. An der Nordwestseite verdichten sich die verschiedenen stadträumlichen Konditionen der Parzelle und des Areals auf besondere Weise. Baurechtlich und feuerpolizeilich handelt es sich dabei um eine Brandmauer. Im Kontext der neuen Bebauung des Lysbüchelareals und dem Erhalt und Umbau des bestehenden Weinlagers zu einem Wohnungsbau, wird diese Brandwand jedoch de facto zur dritten Fassade des Hauses und damit zum stirnseitigen Abschluss des Blockrandes. Es ist diese Ambivalenz und Spannung der unterschiedlichen Motive und Anforderungen, die durch die Gestaltung der Nordwestfassade unterstrichen und herausgearbeitet werden.

Das offene Treppenhaus mit seinem aufstrebenden Liftschacht hebt sich von diesem Fassadenfragment ab. Es ist das zentrale gemeinschaftliche Element des Hauses. An diesem offenen Begegnungs- und Erschliessungsraum werden alle Wohnungen und alle Balkone mit dem gemeinschaftlichen Garten und der Dachterrasse verbunden. Dieser öffentlichste Teil des Hauses liegt exponiert und sichtbar an der hofseitigen Ecke der Nordwestfassade. Er wird als begehbare und erlebbare Betonskulptur inszeniert. Durch die Öffnungen dieses Körpers an den An- und Austritten der Treppe wird das ‚Kommen, Gehen und Bleiben‘ im Haus ablesbar und so die Nachbarschaft in das Hofinnere erweitert.

Die Wohnungen selbst sind um eine grosszügige, hofseitig liegende Wohnküche organisiert, welche den Mittelpunkt der Wohnung zwischen Wohn- und Schlafräumen bildet. Um der nachhaltigen Flächennutzung gerecht zu werden, können die Geschosswohnungen mit einem Zugang über den Balkon bei Bedarf in zwei separate Einheiten unterteilt werden.

Projekt
Neubau Genossenschaftshaus

Bauherrschaft
Genossenschaft 'Kommen Gehen und Bleiben'

Ort
Basel, BS

Ausführung
2021

Bauleitung
Jaeger Koechlin

Team
Patrick Jaeger, Ariel Koechlin, Rino Buess, Matthias Bill, Luzia Stallmann, Lorena Bassi

Planung
ZPF Ingenieure